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Fang an!

Veröffentlicht am 05.01.2019

Plötzlich war er da.  Lautlos und unbemerkt musste er durch die Fenster- oder Türritzen gekrochen sein. Regungslos saß er nun da. Eigentlich lümmelte er mehr, eingehüllt in ein silbern glitzerndes Gespinst aus Nebelschwaden und Wolkenfetzen. Der Kopf umkränzt mit frühlingsgrünem Blattwerk und rosafarbenen Blütenblättern, gestützt auf konturenlose Hände mit fließenden Fingern, lächelte er mich an.

Da war er nun, mein 13. Monat. „ Entscheide Dich, wie soll es sein? Komm mit, reise mit mir durch die Zeit. Ich bringe Dich dahin, wo Du Unerledigtes zu Ende bringen kannst, wo Du rückgängig machen kannst, was Dir wichtig erscheint.“

Verlockende Worte sprach mein 13. Monat. „ Ich hole Dir die Ereignisse zwischen den Monaten zurück. Du kannst sie neu gestalten, in eine neue Ordnung bringen, zu einem anderen Ende bringen. Fang an, Du hast einen Monat Zeit, Dich und Deine Welt neu zu machen.“

Während ich seine diffuse Erscheinung unentschlossen musterte, öffnete er seine bisher geschlossenen Augen.

Ein intensives Strahlen erfasste mich. Ich tauchte ein in die unergründliche Tiefe eines wirbelnden Farbenspiels. Bilder meines vergangenen Lebens rauschten in Blitzgeschwindigkeit vorbei. Und gerade als die Sehnsucht am größten war, spuckte er mich aus, mein 13. Monat.

Und ich fing an.

 

D. Kronawitter

 Der Text entstand in der Schreibnacht „Der 13. Monat“ am 5. Dezember 2018

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