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Die Suche nach dem verlorenen Drachen-Ei

Veröffentlicht am 23.05.2016

Die schwere Eingangstür der Europabücherei fiel mit einem satten „Plopp“ ins Schloss. Fridolins grasgrüne Ohrspitzen richteten sich auf. Aufmerksam lauschte er dem metallenen Geräusch des sich drehenden Schlüssels. Träge hob Fridolin zuerst das rechte Augenlid und blinzelte dann mit dem linken Auge zur Tür. Alle waren fort und endlich herrschte Ruhe in seiner Festung. Nur der Lärm der vielbefahrenen Straße war zu hören. Schwach drang das Licht der Außenbeleuchtung durch die Fenster. Der grünliche Schein der Notbeleuchtung versetzte den Raum in einen nächtlichen Dämmerzustand. In dieser geheimnisvollen Atmosphäre erwachte er zum Leben. Fridolins Stunde war gekommen.

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Nachts in der Europa-Bücherei Passau

Veröffentlicht am 23.05.2016

Da sitzen sie wieder, die Wortpflücker und -setzer und lassen den Kugelschreiber nach ihren Gedanken tanzen, umgeben von Regalen voller Wissen, das sie nicht wissen. Nichtwissen, das sie umhüllt wie die Nacht, in der sie sitzen, der inneren Lichtspur folgend, die sich auf dem Papier des Schreibers materialisiert.

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Dialoge

Veröffentlicht am 22.03.2016

Der Wert des Lebens

In der Pause dieses Vortrages stehen sich eine Klosterfrau und die Frauenbeauftragte des Landkreises Rottal – Inn, Frau Tanja Mertens, zufällig gegenüber.

„Darf ich Sie direkt ansprechen, Sie als Klosterfrau. Wie gehen Sie mit dem Thema  ,Abtreibung' um ?“

Streng blickt Schwester Gundelindis auf die einen Kopf kleinere Frau herab:

„Das von Gott gesandte Leben ist heilig. Allein die Diskussion dieses Themas ist Ausdruck der Verderbtheit der heutigen Frauengeneration.“

Frau Frauenbeauftragte zieht die Augenbrauen hoch: „Warum nehmen Sie dann überhaupt daran teil?“

Die Klosterfrau erwidert: „Ich verstehe mich selbstverständlich als eine von Gott beauftragte Frau zur Rettung der gestrauchelten Frauen.“

„Sie maßen sich also an, ein Urteil über ihre Geschlechtsgenossinnen und deren Bauch an!“ Frau Mertens bekommt rote Flecken am Hals.

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Schreiben im Atelier Regine Staudt

Veröffentlicht am 05.03.2016

Papierkunstwerk von Regine Staudt

 

Die unerhörte Leichtigkeit des Seins.

Seit längerer Zeit schon kenne ich dieses Buch.

Der Titel alleine fasziniert.

Auch hier im Haus ist es irgendwie faszinierend.

Ich selbst eher der schwere Mensch, im Ausgleich mit der Leichtigkeit.

Das weiße Kleidchen, voller Licht und Energie.

Engelhaft und schwebend.

Ungeordnet, gefaltet und dennoch voller Ordnung.

Obwohl es keinen Menschen umhüllt, ist es voller Menschlichkeit.

Vertraut und rein.

 

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Augenblicksglück am Ammersee

Veröffentlicht am 09.10.2015

Sie stehen stramm, die weißen Wächter der Veranda. Hocherhobenen Hauptes, die  Arme ordentlich  an den Stangenleib gelegt, verharren sie unbeweglich. Die kreisförmig angelegten Augen erfassen im Rundumblick jede Situation.
Nichts entgeht ihnen.

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Lilly kriegt sie alle

Veröffentlicht am 14.08.2015

Das Arschgeweih blitzt unter ihrem Top hervor. Die roten Lack-High-Heels passen aber nicht in den Biergarten. Auf wen sie wohl wartet?

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Das Glück des Yetis

Veröffentlicht am 14.08.2015

Plötzlich ging das Licht aus und hinten, aus den Büschen, war ein kurzes, abgehacktes „Schleich…“ zu hören. Steffi wusste für einen winzigen Augenblick nicht, wohin sie ihren Fuß setzen sollte. Und dann kroch die Angst in ihr hoch.

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Sex mit Ede

Veröffentlicht am 14.08.2015

Drei volle Bierkrüge auf dem Tisch. Kein Mensch sonst zu sehen. Im Aschenbecher brennt eine angezündete Zigarette. Gerade saß er doch noch da, Ede mit der Hasenscharte. Und wo ist die rassige Lulu- um Himmels Willen!

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Collage: Ein knitterfreies Leben

Veröffentlicht am 23.03.2015

Menschen im Hotel führen ein knitterfreies Leben“, bemerkt der Hotelpage voller Neid.  „Die Autos werden geparkt, die Zimmer geputzt und die Wäsche gebügelt“  Und er? In seiner rot-schwarzen Livree steht er am Eingang des Fünf-Sterne-Hauses an der Cote d´Azur. Mit seinem roten Käppi auf dem Kopf sieht er aus wie dieser Bär aus dem Comicfilmen der 60er-Jahre, der immer mit dem Einrad umhergefahren ist.

„Knitterfrei, das sind sie“, grummelt er vor sich hin, „sie machen hier Urlaub am Meer, ihre Beziehung bekommt eine Inseltherapie. Und dann fahren sie glücklicher nach Hause. Denken sie zumindest“.

Nebenbei öffnet er den Wagenschlag einer Limousine, hilft der Dame galant. Der Fahrer springt lässig heraus, wirft dem Pagen den Schlüssel zu und lacht:

Mach´s gut, mein Freund! Nur einparken, keine Spritztour fahren!“

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Himmelsleiter

Veröffentlicht am 05.02.2015

Die folgenden Texte entstanden in der kreativen Schreibnacht "Blaue Stunden". Sie wurden inspiriert von einem Bild, das eine Holzleiter zeigt, die in den blauen Himmel ragt.

 

Die Leiter

Eigentlich war er nicht vorhanden.

Unbemerkt hatte er sich auf das Schiff geschmuggelt. Als blinder Passagier wollte er reisen, um sich seinen blauen Traum zu erfüllen. Unbeachtet, still und leise wollte er bis zum Horizont, über die Weite des blauen Meeres, unter dem grenzenlosen Dach des Himmels dahin gleiten. Dort ankommen, wo die Hoffnung wohnt, war sein Ziel.

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Blaue Stunden

Veröffentlicht am 05.02.2015

Die folgenden Texte entstanden in der Kreativen Schreibnacht  "Blaue Stunden". Ein Bild, das eine altertümliche blaue Toilettentüre mit dem Vermerk "frei" zeigt, war der Auslöser dafür.

 

Meine blaue Türe

Endlich, endlich war sie angekommen in Santorin. Meine blaue Haustüre. Eigentlich war sie ja ursprünglich nicht dazu gedacht, meinem Haus und mir Schutz und Sicherheit zu bieten, nein, sie war als eine stinknormale Clotüre vor ungefähr 60 Jahren vom Schreiner meiner Speditionsfirma, die damals noch meinem Vater gehört hatte, gebaut worden. alt ist sie geworden, unzählige Male überstrichen, bis sie dann vor zwei drei Jahren dieses Hellblau abbekommen hatte; ein alter Farbrest, der zu sonst nichts mehr nützlich gewesen wäre.

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Die Wolfsfrau

Veröffentlicht am 23.01.2015

In mir erwacht die Wolfsfrau. Lange Zeit war sie kaum oder gar nicht vorhanden. Mehr und mehr finde ich zu mir und zu meiner weiblichen Stärke. Beruflich suche ich neue Herausforderungen in der Arbeit mit Menschen, die mir selbst viele neue Erkenntnisse bringen und meinen Horizont erweitern.

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Pantun - Tanz mit der Form

Veröffentlicht am 23.01.2015

Schnee fällt lautlos vom Himmel

Flocke für Flocke geniale Geometrie

Wer ist der Urheber dieses Wunders?

Staunend fragt sich der Mensch

 

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Gedicht-Fabrik

Veröffentlicht am 12.12.2014

Haiku

Frostgetünchte Welt

Der Maulwurf geht jetzt schlafen

hat sein Feld bestellt.

Von Doris Kronawitter

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Schreiben über Kunst

Veröffentlicht am 12.11.2014

Manfred Dorner: Die Berührung einer Elfe (Fotocollage, 2011)

Es geschah zwischen Tag und Traum.

Gerade als die Schwere der Nacht mich zentnerschwer bedeckt und den Hoffnungsschimmer des blaugrauen Morgens im Keim zu ersticken suchte, entwich ich meinen Körper.

Schwerelos tauche ich ein in die Nebel des Ahnens. Ich löse mich auf und ziehe mit den sanften Winden der Erinnerung. Graue Schwaden  treiben  mich dem diffusen Licht der Zwischenwelt entgegen. Lautlos nimmt sie mich auf, bedeckt mich, umhüllt mich mit dem tristen Blattwerk des Gestern.

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